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BYOYBiologisch, ohne Gift: Garten mit Herz

Aussaatkalender für Gemüse: was du wann vorziehst, direkt säst und pflanzt

Aussaatkalender für den Biogarten: Monat für Monat Vorziehen, Direktsaat und Pflanzung von Februar bis Oktober, mit Folgesaaten und dem phänologischen Kalender als Naturuhr.

Der richtige Zeitpunkt ist beim Säen die halbe Miete. Zu früh gesäte Bohnen faulen im kalten Boden, zu spät gesäter Feldsalat wird vor dem Winter nicht mehr groß, und Tomaten, die erst im April vorgezogen werden, reifen kaum vor dem ersten Herbstregen. Ein Aussaatkalender gibt dir Orientierung für das ganze Gartenjahr. Er ist kein starres Regelwerk: Je nach Region, Höhenlage und Wetter verschieben sich die Termine um zwei bis drei Wochen. Wer zusätzlich auf die Natur achtet, etwa auf die Blüte von Forsythie, Apfel und Holunder, trifft den richtigen Moment noch besser.

Das Wichtigste in Kürze

  • Februar bis März: Paprika, Auberginen, Sellerie und Tomaten im Haus vorziehen, ab März erste Direktsaaten wie Erbsen und Spinat.
  • April: Möhren, Radieschen, Salat, Rote Bete säen, Kohl und Salat pflanzen.
  • Mitte Mai: nach den Eisheiligen Bohnen säen, Tomaten, Zucchini und Gurken pflanzen.
  • Juni bis August: Folgesaaten, Herbst- und Wintergemüse wie Grünkohl, Endivien, Feldsalat.
  • September bis Oktober: Feldsalat, Winterportulak, Spinat für den Winter, Knoblauch und Winterzwiebeln stecken.

Wie du den Kalender liest

Die Angaben gelten für durchschnittliche Lagen in Deutschland. In milden Weinbauregionen am Rhein kannst du oft ein bis zwei Wochen früher beginnen. In Mittelgebirgen, im Alpenvorland und an der Küste mit kühlen Frühjahren eher ein bis zwei Wochen später. Entscheidend für die Direktsaat ist die Bodentemperatur, wie in Direktsaat im Beet erklärt.

  • Vorziehen: Aussaat in Töpfen oder Schalen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet.
  • Direktsaat: Aussaat direkt ins Beet.
  • Pflanzen: vorgezogene oder gekaufte Jungpflanzen ins Beet setzen.

Februar

  • Vorziehen im Haus: Paprika, Chili, Auberginen und Knollensellerie brauchen eine lange Entwicklungszeit und Wärme von 22 bis 25 Grad zum Keimen. Ende Februar können auch die ersten Tomaten folgen, wenn du einen sehr hellen Platz hast.
  • Im Frühbeet: Radieschen, Pflücksalat und Spinat, wenn das Frühbeet gut geschützt ist, siehe Das Frühbeet nutzen.
  • Planung: Beetplan erstellen und Saatgut prüfen, wie in Beetplan erstellen und Keimprobe und Saatgut lagern beschrieben.

März

  • Vorziehen: Tomaten ab Mitte März, Kohlrabi, frühe Kohlarten, Kopfsalat, Lauch.
  • Direktsaat bei offenem, abgetrocknetem Boden: Erbsen (Schalerbsen vertragen Kälte am besten), Spinat, Radieschen, Puffbohnen, Pastinaken, frühe Möhren unter Vlies.
  • Stecken: Steckzwiebeln ab Mitte März, wie in Zwiebeln und Knoblauch stecken beschrieben.
  • Kartoffeln: vorkeimen.

April

  • Vorziehen: Zucchini, Kürbis und Gurken ab Mitte April im Haus, etwa drei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen. Basilikum.
  • Direktsaat: Möhren, Radieschen, Rote Bete, Mangold, Pflücksalat, Rucola, Dill, Petersilie, Zuckererbsen, Spinat.
  • Pflanzen: Abgehärtete Kohlrabi, Kopfsalat, frühe Kohlarten und Zwiebeln, mit Vlies bei kalten Nächten.
  • Kartoffeln: legen, sobald der Boden etwa 8 bis 10 Grad warm ist, siehe Kartoffeln anbauen.

Mai

  • Bis zu den Eisheiligen: weitere Folgesaaten von Salat, Radieschen, Möhren. Rote Bete, Mangold. Jungpflanzen abhärten.
  • Nach den Eisheiligen: Buschbohnen und Stangenbohnen legen, Zucchini, Kürbis und Gurken direkt säen oder vorgezogene pflanzen, Mais säen.
  • Pflanzen nach den Eisheiligen: Tomaten, Paprika, Auberginen, Sellerie, Gurken, Zucchini, Kürbis, Basilikum. Wie das Abhärten funktioniert, erklärt Jungpflanzen abhärten und auspflanzen.

Juni

  • Direktsaat: Buschbohnen als zweiter Satz, Möhren für die Lagerung, Rote Bete, Mangold, Salat und Radieschen in kleinen Sätzen, Kohlrabi.
  • Pflanzen: Rosenkohl, Grünkohl, Lauch für den Winter, Herbstkohl.
  • Erdbeeren: Ableger für neue Beete vorbereiten, siehe Erdbeeren pflanzen.

Juli

  • Direktsaat: Endivien, Zuckerhut, Chinakohl und Pak Choi für den Herbst, letzte Buschbohnen bis Anfang Juli, Radieschen, Rettich, Herbstmöhren, Fenchel.
  • Pflanzen: Grünkohl, Wirsing und Brokkoli für den Herbst, Endivien.
  • Nach Frühkartoffeln und Erbsen: Nachkultur säen oder Gründüngung, wie in Vorkultur, Hauptkultur, Nachkultur beschrieben.

August

  • Direktsaat: Feldsalat ab Mitte August, Spinat für den Herbst und Winter, Winterportulak, Asiasalate, Radieschen, Rucola, Winterrettich bis Anfang August.
  • Gründüngung: Phacelia, Senf (nicht vor Kohl) und Klee auf frei gewordene Beete, siehe Gründüngung.
  • Erdbeeren: neue Pflanzen bis Ende August setzen.

September

  • Direktsaat: Feldsalat, Winterspinat, Winterportulak, Gründüngung.
  • Stecken: Winterzwiebeln.
  • Im Frühbeet: Wintersalate für die Ernte im späten Herbst und Winter.

Oktober

  • Stecken: Knoblauch für eine kräftige Ernte im nächsten Sommer.
  • Säen: Wintergründüngung aus Roggen und Wicke bis Anfang Oktober.
  • Vorbereiten: Beete mit Kompost und Laub abdecken, Obstbäume und Beerensträucher pflanzen.

Übersicht als Tabelle

GemüseVorziehenDirektsaatPflanzen
TomatenMitte März bis Anfang April–nach den Eisheiligen
PaprikaFebruar bis März–Ende Mai
Zucchini, KürbisMitte bis Ende AprilMitte bis Ende Mainach den Eisheiligen
Buschbohnen–Mitte Mai bis Anfang Juli–
Erbsen–März bis Mai–
Möhren–März bis Juni–
Rote Bete–April bis Juni–
SalatFebruar bis JuliMärz bis AugustApril bis August
KohlrabiFebruar bis JuliApril bis JuliApril bis August
GrünkohlMai bis Juni–Juni bis Juli
Feldsalat–Mitte August bis September–
Spinat–März bis April, August bis September–

Die Natur als Uhr: der phänologische Kalender

Statt nach Datum kannst du dich nach den Pflanzen in deiner Umgebung richten. Der phänologische Kalender teilt das Jahr in zehn Jahreszeiten ein, die an typischen Naturereignissen erkennbar sind. Sie spiegeln die tatsächliche Witterung in deiner Region wider.

NaturereignisPhänologische JahreszeitPassende Gartenarbeit
Hasel blühtVorfrühlingPaprika und Sellerie vorziehen
Forsythie blühtErstfrühlingErbsen, Spinat, Radieschen, Möhren säen, Zwiebeln stecken
Apfel blühtVollfrühlingKartoffeln legen, Kohl und Salat pflanzen
Holunder blühtFrühsommerBohnen säen, wärmeliebende Kulturen sind sicher draußen
Linde blühtHochsommerHerbst- und Wintergemüse pflanzen

Folgesaaten im Kalender planen

Viele Gemüse liefern nur kurze Zeit gute Qualität: Radieschen werden pelzig, Salat schießt, Buschbohnen werden zäh. Damit du nicht alles auf einmal erntest, plane Folgesaaten fest im Kalender ein:

GemüseAbstand zwischen den SätzenZeitraum
Radieschenalle 2 WochenMärz bis September, Pause im Hochsommer
Pflücksalatalle 2 bis 3 WochenMärz bis August
Kopfsalatalle 3 bis 4 WochenMärz bis Juli
Buschbohnenalle 3 bis 4 WochenMitte Mai bis Anfang Juli
Möhrenalle 4 bis 6 WochenMärz bis Juni
Kohlrabialle 4 WochenMärz bis Juli

Kleine Mengen bei jedem Satz reichen: Für zwei Personen genügen oft eine halbe Reihe Radieschen oder sechs Salatpflanzen.

Klimawandel im Gartenkalender

Viele Gärtner beobachten, dass das Frühjahr in den letzten Jahrzehnten früher beginnt und die Sommer heißer und trockener werden. Der phänologische Kalender spiegelt das wider: Die Forsythie blüht im Mittel früher als früher. Für den Garten heißt das: Wärmeliebende Kulturen können oft etwas früher hinaus, gleichzeitig sind Spätfröste nach einem milden Frühjahr besonders gefährlich, weil die Pflanzen schon weit entwickelt sind. Halte deshalb bis Mitte Mai immer ein Vlies bereit und plane im Hochsommer Pausen bei Kulturen, die bei Hitze schießen, wie Salat, Spinat und Radieschen.

Saatgut und Jungpflanzen rechtzeitig besorgen

Der Gartenkalender beginnt nicht erst mit der ersten Aussaat, sondern mit dem Einkauf. Bestelle Saatgut am besten schon im Januar oder Februar, denn seltene Sorten und samenfeste Bio-Sorten sind im Frühjahr oft schnell vergriffen. Prüfe vorher deine Vorräte: Ältere Samen keimen nicht mehr zuverlässig, und eine einfache Keimprobe zeigt dir rechtzeitig, ob du nachkaufen musst. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Keimprobe und Saatgut lagern.

Jungpflanzen von wärmeliebenden Kulturen wie Tomaten, Paprika, Gurken oder Kürbis findest du ab Mitte April in Bio-Gärtnereien und auf Wochenmärkten, die beste Auswahl gibt es meist kurz vor den Eisheiligen. In vielen Städten finden im Frühjahr außerdem Saatgutfestivals und Tauschbörsen statt, auf denen Hobbygärtner samenfeste Sorten tauschen. Dort bekommst du oft regionale Sorten, die im Handel kaum zu finden sind.

Der Kalender für Küchenkräuter

Auch Kräuter haben ihre Termine. Petersilie wird von März bis Juli direkt gesät, keimt aber langsam und braucht oft drei bis vier Wochen. Schnittlauch säst du im März oder April, einfacher ist es aber, eine vorhandene Pflanze im Frühjahr zu teilen. Dill gelingt am besten mit mehreren kleinen Aussaaten von April bis Juli, weil er schnell in Blüte geht.

Basilikum ist wärmebedürftig: Ziehe ihn ab April auf der Fensterbank vor und pflanze ihn erst nach den Eisheiligen aus. Koriander säst du im April und Mai und noch einmal im August und September, denn in der Sommerhitze schießt er rasch in Samen. Mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei und Oregano kaufst du am einfachsten als Jungpflanzen und setzt sie im Frühjahr an einen sonnigen, durchlässigen Platz.

Häufige Fragen

Funktioniert Gärtnern nach dem Mondkalender?

Viele Gärtner säen nach dem Mondkalender und berichten von guten Erfahrungen. Wissenschaftlich belegt ist eine Wirkung bisher nicht. Wichtiger für den Erfolg sind Bodentemperatur, Feuchtigkeit und gesundes Saatgut.

Was mache ich, wenn ich einen Termin verpasst habe?

Viele Gemüse lassen sich auch einige Wochen später noch säen, mit etwas geringerem Ertrag. Wähle dann frühe, schnell wachsende Sorten. Bei Herbst- und Wintergemüse sind die Termine enger, weil die Tage kürzer werden.

Gilt der Kalender auch für Hochbeete?

Ja, Hochbeete erwärmen sich im Frühjahr schneller. Du kannst dort oft ein bis zwei Wochen früher beginnen, siehe Hochbeet anlegen.

Darf ich früher säen, wenn das Frühjahr mild ist?

Entscheidend ist weniger das Datum als die Bodentemperatur. Ein paar warme Tage im März erwärmen die Luft schnell, den Boden aber kaum, und in kalter, nasser Erde faulen viele Samen, bevor sie keimen. Säe empfindliche Kulturen deshalb lieber eine Woche zu spät als zu früh. Wer trotzdem früh starten möchte, deckt die Saatreihen mit Vlies ab oder nutzt ein Frühbeet.

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