Zum Inhalt springen
BYOYBiologisch, ohne Gift: Garten mit Herz

Erdbeeren pflanzen im Sommer: Termin, Abstand, Ableger und Pflege

Warum Juli und August die beste Pflanzzeit für Erdbeeren sind, wie du das Beet vorbereitest, Ableger gewinnst, Sorten wählst und Grauschimmel ohne Spritzmittel vorbeugst.

Wer im nächsten Juni eigene Erdbeeren ernten möchte, muss jetzt aktiv werden. Das überrascht viele, denn Erdbeerpflanzen werden im Frühjahr in jedem Gartencenter angeboten. Doch die meisten Sorten legen ihre Blüten für das kommende Jahr im Spätsommer und Herbst an. Pflanzen, die im Juli oder August gesetzt werden, haben genug Zeit, kräftig einzuwachsen und viele Blütenknospen zu bilden. Im Frühjahr gepflanzte Erdbeeren tragen im ersten Jahr meist nur wenig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beste Pflanzzeit für einmaltragende Sorten: Mitte Juli bis Ende August.
  • Abstand: 25 bis 30 cm in der Reihe, 50 bis 60 cm zwischen den Reihen.
  • Das Herz der Pflanze muss über der Erde bleiben, sonst fault es.
  • Ein Erdbeerbeet trägt drei bis vier Jahre gut, dann wird es an anderer Stelle neu angelegt.
  • Stroh unter den Früchten hält sie sauber und beugt Grauschimmel vor.

Einmaltragend, mehrmalstragend oder Monatserdbeere?

Bevor du Pflanzen kaufst oder Ableger nimmst, lohnt ein Blick auf die Sortengruppen:

GruppeErntezeitEigenschaftenBeispiele
Einmaltragende GartenerdbeerenJuni bis Anfang Juli, je nach Sorte drei bis vier Wochenhöchster Ertrag, beste Früchte, viele Ausläufer‚Senga Sengana', ‚Korona', ‚Polka', ‚Malwina'
Mehrmalstragende (remontierende) SortenJuni bis Oktober in mehreren Schübenkleinere Ernten über lange Zeit‚Ostara', ‚Mara des Bois'
MonatserdbeerenJuni bis Oktoberkleine, aromatische Früchte, meist ohne Ausläufer, aus Samen ziehbar‚Rügen', ‚Alexandria'

Eine Besonderheit ist die alte Sorte ‚Mieze Schindler' mit kleinen, dunkelroten und außergewöhnlich aromatischen Früchten. Sie bildet nur funktionell weibliche Blüten und braucht deshalb eine andere Sorte als Pollenspender in der Nähe, zum Beispiel ‚Senga Sengana' oder ‚Korona'.

Für Gärten mit wenig Zeit empfiehlt sich eine Kombination aus einer frühen, einer mittelfrühen und einer späten einmaltragenden Sorte. So verteilt sich die Ernte über fünf bis sechs Wochen.

Der richtige Standort

Erdbeeren brauchen Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag, sonst bleiben die Früchte sauer und anfällig für Grauschimmel. Der Boden sollte humos, locker und leicht sauer bis neutral sein, ideal ist ein pH-Wert zwischen etwa 5,5 und 6,5. Staunässe vertragen sie nicht. Auf schweren Lehmböden hilft es, die Pflanzen auf leicht erhöhten Dämmen zu setzen.

Wichtig ist die Vorgeschichte des Beetes: Pflanze Erdbeeren nicht dorthin, wo in den letzten vier bis fünf Jahren Erdbeeren standen. Erdbeeren sind mit sich selbst unverträglich, im Boden reichern sich Wurzelkrankheiten wie die Verticillium-Welke an. Auch nach Kartoffeln oder Tomaten ist Vorsicht geboten, weil diese ebenfalls Verticillium-Erreger fördern können. Gute Vorkulturen sind Erbsen, Buschbohnen, Frühkartoffeln mit ausreichend Abstand oder Salat.

Das Beet vorbereiten

Erdbeeren wurzeln flach, aber dicht. Bereite das Beet zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen vor:

  1. Entferne Wurzelunkräuter wie Quecke, Giersch und Winde gründlich. In einem bestehenden Erdbeerbeet kannst du sie kaum noch bekämpfen.
  2. Lockere den Boden mit der Grabegabel tief auf.
  3. Arbeite 3 bis 4 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter flach ein. Frischer Mist oder große Mengen stickstoffreicher Dünger fördern weiches Laub und Grauschimmel.
  4. Lass den Boden sich setzen und gieße vor dem Pflanzen durchdringend.

Pflanzen Schritt für Schritt

  1. Stelle die Topfballen vor dem Pflanzen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Hebe Pflanzlöcher im Abstand von 25 bis 30 cm aus, die Reihen 50 bis 60 cm auseinander. Ein breiter Abstand erleichtert die Ernte und lässt das Laub schneller abtrocknen.
  3. Setze die Pflanze so, dass das Herz, also die Mitte, aus der neue Blätter wachsen, genau auf Höhe der Bodenoberfläche liegt. Zu tief gesetzt fault es, zu hoch vertrocknen die Wurzeln.
  4. Drücke die Erde fest an und gieße kräftig.
  5. Halte das Beet in den folgenden Wochen gleichmäßig feucht. Im heißen August heißt das oft: alle zwei bis drei Tage gießen.

Wurzelnackte Pflanzen schneidest du vor dem Pflanzen auf etwa 10 cm Wurzellänge zurück und fächerst die Wurzeln im Pflanzloch auf.

Ableger selbst gewinnen

Erdbeeren vermehren sich über Ausläufer, an deren Ende Tochterpflanzen wachsen. So kannst du aus einem bestehenden Beet kostenlos neue Pflanzen gewinnen:

  1. Markiere während der Ernte die gesündesten und ertragreichsten Mutterpflanzen.
  2. Wähle im Juni oder Juli von jedem Ausläufer nur die erste, also der Mutter nächste Tochterpflanze. Sie ist am kräftigsten.
  3. Grabe einen kleinen Topf mit Erde neben der Mutterpflanze ein und setze die Tochterpflanze darauf. Fixiere den Ausläufer mit einem Drahtbügel.
  4. Nach drei bis vier Wochen hat sie eigene Wurzeln gebildet. Trenne dann den Ausläufer ab und pflanze den Ableger ins neue Beet.

Nimm Ableger nur von gesunden Pflanzen. Viruskrankheiten und Erdbeermilben werden sonst mit vermehrt. Wenn deine Bestände nachlassen, ist es Zeit für zertifiziert gesunde Pflanzen aus dem Fachhandel.

Pflege übers Jahr

Herbst nach der Pflanzung: Entferne Ausläufer, die die jungen Pflanzen schwächen. Halte das Beet unkrautfrei.

Frühjahr: Entferne im März vertrocknete und kranke Blätter. Lockere den Boden flach und gib etwas Kompost zwischen die Reihen.

Blüte: Bei Spätfrost schützt ein Vlies über Nacht die offenen Blüten. Erfrorene Blüten erkennst du an der schwarzen Mitte.

Ab Fruchtansatz: Lege Stroh unter die Pflanzen, damit die Früchte nicht auf der feuchten Erde liegen. Gieße morgens und direkt an den Boden.

Nach der Ernte: Entferne alle Ausläufer, die du nicht zur Vermehrung brauchst. Viele Gärtner schneiden Ende Juli oder im August das alte Laub etwa 5 bis 10 cm über dem Herz ab, um Krankheitserreger zu entfernen. Achte darauf, das Herz nicht zu verletzen. Danach treiben die Pflanzen frisch aus. Eine kleine Gabe Kompost oder organischer Beerendünger nach der Ernte unterstützt die Blütenanlage für das nächste Jahr.

Grauschimmel und andere Probleme

ProblemErkennungszeichenVorbeugung
Grauschimmelgrauer, stäubender Pilzrasen auf Früchtenluftig pflanzen, Stroh unterlegen, nicht über Blätter gießen, faule Früchte sofort entfernen
Schneckenangefressene, ausgehöhlte Früchteabsammeln, Schneckenzaun, Stroh statt weichem Mulch
Vögelangepickte FrüchteNetz über ein einfaches Gestell, ohne dass es aufliegt
Erdbeermilbegekräuselte, kleine Herzblätter, Kümmerwuchsgesundes Pflanzgut, befallene Pflanzen entfernen
Blattfleckenkrankheitenrote, violette oder braune Fleckenaltes Laub entfernen, Beet rechtzeitig verlegen

Knoblauch, Zwiebeln oder Lauch zwischen den Erdbeerreihen gelten traditionell als gute Nachbarn. Borretsch am Beetrand lockt Hummeln an, die die Erdbeerblüten bestäuben und damit für gleichmäßig geformte Früchte sorgen.

Ernte

Erdbeeren reifen nach dem Pflücken nicht nach. Ernte sie, wenn sie vollständig ausgefärbt sind, am besten am Vormittag, wenn sie abgetrocknet, aber noch kühl sind. Pflücke sie mit dem grünen Kelch, so halten sie länger. Wasche sie erst kurz vor dem Essen.

Das Erdbeerbeet nach der Ernte

Bei einmaltragenden Sorten beginnt das nächste Erntejahr direkt nach der Ernte. Im Spätsommer legen die Pflanzen ihre Blütenknospen für das kommende Jahr an, und dafür brauchen sie Kraft und gesunde Blätter. Entferne nach der Ernte das Stroh, schneide alte, fleckige Blätter und alle Ausläufer ab, die du nicht zur Vermehrung brauchst, und achte darauf, das Herz der Pflanze nicht zu verletzen.

Anschließend lockerst du den Boden zwischen den Reihen vorsichtig und gibst eine dünne Schicht reifen Kompost oder einen organischen Beerendünger. Gieße in trockenen Spätsommerwochen weiter, denn Trockenstress in dieser Zeit bedeutet weniger Blüten im nächsten Frühjahr. Mehrmals tragende Sorten pflegst du dagegen bis in den Herbst wie während der Ernte weiter.

Erdbeeren und die Fruchtfolge

Erdbeeren sollten nicht jahrelang am selben Platz stehen. Nach drei bis vier Jahren lässt der Ertrag nach, und im Boden reichern sich Schaderreger an. Lege ein neues Beet deshalb an einer anderen Stelle an und warte mit einer erneuten Pflanzung am alten Platz etwa vier Jahre.

Ungünstige Vorkulturen sind Kartoffeln und Tomaten, weil sie dieselbe Welkekrankheit übertragen können, die auch Erdbeeren befällt. Gut geeignet sind dagegen Flächen, auf denen vorher Gründüngung, Zwiebeln oder Salate standen. Mehr dazu im Ratgeber Fruchtfolge planen.

Erdbeeren im Hochbeet

Im Hochbeet erwärmt sich die Erde im Frühjahr schneller, die Früchte liegen sauberer, und Schnecken haben einen weiteren Weg. Pflanze Erdbeeren dort am besten an den Rand, damit die Früchte über die Kante hängen können, und gieße regelmäßig, denn Hochbeete trocknen schneller aus als ebenerdige Beete. Wie ein Hochbeet aufgebaut wird, erklärt der Ratgeber Hochbeet anlegen.

Häufige Fragen

Kann ich Erdbeeren auch im Frühjahr pflanzen?

Ja, besonders mehrmalstragende Sorten und sogenannte Frigopflanzen, die gekühlt gelagert wurden und schnell tragen. Bei einmaltragenden Sorten ist die Ernte im ersten Jahr nach einer Frühjahrspflanzung aber gering.

Wie lange trägt ein Erdbeerbeet?

Im zweiten Jahr ist der Ertrag meist am höchsten, im dritten noch gut, danach lässt er nach und die Krankheiten nehmen zu. Lege deshalb alle drei bis vier Jahre ein neues Beet an anderer Stelle an.

Warum sind meine Erdbeeren klein und verformt?

Häufig liegt es an unvollständiger Bestäubung, etwa nach kalten Tagen während der Blüte, oder an Spätfrost, der einen Teil der Blütenorgane geschädigt hat. Auch Wassermangel während der Fruchtbildung macht die Früchte klein.

Brauchen Erdbeeren eine Strohschicht?

Nicht zwingend, aber sie hilft. Stroh hält die Früchte sauber und trocken und beugt so Grauschimmel vor. Lege es erst aus, wenn sich die ersten grünen Früchte zeigen. Zu früh ausgebracht, hält es den Boden kalt und verzögert die Reife.

Kann ich Erdbeeren zwischen anderes Gemüse pflanzen?

Ja, Erdbeeren vertragen sich gut mit Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch, Salat und Spinat. Knoblauch zwischen den Erdbeerreihen soll nach Erfahrung vieler Gärtner Pilzkrankheiten mindern. Ungünstig sind Kohl und starkwüchsige Nachbarn, die den Erdbeeren Licht nehmen.

Weiterlesen

Passende Anleitungen