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BYOYBiologisch, ohne Gift: Garten mit Herz

Johannisbeeren und Stachelbeeren: pflanzen, richtig schneiden, Mehltau vorbeugen und vermehren

Johannisbeeren, Stachelbeeren und Jostabeeren: Standort, Pflanztiefe, Mulch, der richtige Schnitt je nach Art, Stachelbeermehltau, Blattwespen und Vermehrung über Steckholz.

Johannisbeeren und Stachelbeeren gehören zu den zuverlässigsten Obststräuchern im Garten. Sie sind winterhart, kommen mit Halbschatten zurecht, tragen schon im zweiten Jahr nach der Pflanzung und liefern viele Jahre lang Beeren für Gelee, Saft, Rote Grütze und Kuchen. In alten Bauerngärten fehlten sie nie. Damit sie nicht zu einem undurchdringlichen Dickicht aus alten, kaum tragenden Ruten werden, brauchen sie einen regelmäßigen Schnitt, und der unterscheidet sich je nach Art. Dieser Ratgeber erklärt Pflanzung, Pflege und Schnitt Schritt für Schritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflanzzeit ist der Herbst, von Oktober bis November. Johannisbeeren setzt du etwas tiefer, als sie im Topf standen, damit sich neue Triebe aus dem Boden bilden.
  • Die Sträucher wurzeln flach. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und schützt die Wurzeln.
  • Rote und weiße Johannisbeeren tragen an zwei- bis dreijährigen Trieben. Schwarze Johannisbeeren tragen vor allem an einjährigen Trieben und werden deshalb stärker verjüngt.
  • Gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau helfen resistente Sorten, ein luftiger Schnitt und Vorsicht mit Stickstoff.
  • Vermehren ist einfach: Im Herbst geschnittene Steckhölzer bewurzeln sich im Beet.

Die Arten im Überblick

ArtGeschmackFruchtholzBesonderheit
Rote Johannisbeeresäuerlich, fruchtigzwei- und dreijährige Triebeklassisch für Gelee, Saft und Kuchen
Weiße Johannisbeeremilder, süßerwie die rotegut zum Frischessen
Schwarze Johannisbeerekräftig, herb-aromatischvor allem einjährige Triebesehr vitaminreich, ideal für Saft und Likör
Stachelbeeresüß-säuerlich, grün, gelb oder rotzwei- bis dreijährige TriebeDornen, anfällig für Mehltau
Jostabeerezwischen Johannis- und Stachelbeereähnlich wie die schwarze Johannisbeeredornenlos, wüchsig, robust

Standort und Boden

Johannisbeeren und Stachelbeeren wachsen am besten in voller Sonne bis lichtem Halbschatten. In der Sonne werden die Beeren süßer. Der Boden sollte humos, frisch und gut durchlässig sein. Die Sträucher wurzeln flach und reagieren empfindlich auf Trockenheit und auf das Hacken im Wurzelbereich. Plane einen Abstand von etwa 1,5 Metern zwischen den Sträuchern, bei Jostabeeren eher zwei Meter.

Pflanzen

  1. Stelle wurzelnackte Sträucher einige Stunden ins Wasser, Containerware tauchst du durchdringend.
  2. Hebe ein Pflanzloch aus, das deutlich größer als der Wurzelballen ist, und lockere die Sohle.
  3. Setze Johannisbeeren etwa fünf bis zehn Zentimeter tiefer, als sie vorher standen. Aus dem eingegrabenen Stammteil bilden sich neue Triebe, und der Strauch wird von unten dicht und kräftig.
  4. Setze Stachelbeeren so tief wie vorher. Wurzelechte Stachelbeeren dürfen etwas tiefer, Stämmchen keinesfalls, sonst wurzelt die Veredlungsstelle ein.
  5. Fülle die Erde mit etwas Kompost gemischt ein, gieße kräftig an und mulche den Boden.
  6. Kürze nach dem Pflanzen alle Triebe auf drei bis vier Knospen ein. Das fördert einen kräftigen Neuaustrieb aus der Basis.

Pflege

  • Mulchen: Eine Schicht aus Grasschnitt, Laub oder Kompost hält den flachen Wurzelbereich feucht und unkrautfrei. Mehr dazu in Mulchen im Gemüsegarten.
  • Gießen: Bei Trockenheit, vor allem während der Fruchtbildung im Mai und Juni, durchdringend gießen. Trockene Sträucher werfen Beeren ab.
  • Düngen: Im Frühjahr zwei bis drei Liter Kompost pro Strauch. Zu viel Stickstoff fördert weiches Holz und Mehltau.
  • Nicht hacken: Unkraut lieber mit Mulch unterdrücken oder von Hand zupfen, um die flachen Wurzeln nicht zu verletzen.

Der richtige Schnitt

Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Ernte im Sommer, dann siehst du gut, welche Triebe getragen haben. Alternativ schneidest du im Spätwinter.

Rote und weiße Johannisbeeren und Stachelbeeren

Das Ziel ist ein lockerer Strauch mit acht bis zehn kräftigen Haupttrieben unterschiedlichen Alters: einige einjährige, einige zweijährige, einige dreijährige.

  1. Schneide jedes Jahr die zwei bis drei ältesten Triebe direkt am Boden ab. Ältere Triebe erkennst du an der dunklen, rissigen Rinde und den vielen, verzweigten Seitenästen.
  2. Lass dafür zwei bis drei kräftige, gut platzierte junge Bodentriebe als Ersatz stehen. Überzählige junge Triebe entfernst du.
  3. Schneide schwache, am Boden liegende und nach innen wachsende Triebe ab.
  4. Bei Stachelbeeren lichtest du zusätzlich die Mitte gut aus, damit Luft durch den Strauch zieht. Das beugt Mehltau vor und erleichtert die Ernte zwischen den Dornen.

Schwarze Johannisbeeren und Jostabeeren

Schwarze Johannisbeeren tragen die besten Beeren an den einjährigen Trieben des Vorjahres. Deshalb schneidest du sie stärker:

  1. Schneide jedes Jahr etwa ein Drittel der Triebe, die ältesten, bodennah ab.
  2. Kürze ältere Triebe, die noch stehen bleiben, auf einen kräftigen, jungen Seitentrieb zurück.
  3. Fördere viele kräftige junge Triebe aus dem Boden.

Wie die allgemeinen Schnittregeln für Obstgehölze funktionieren, steht in Obstbaumschnitt.

Krankheiten und Schädlinge ohne Gift

Amerikanischer Stachelbeermehltau: Ein weißer, später brauner, filziger Belag auf Triebspitzen und Beeren. Wähle mehltauresistente Sorten, schneide den Strauch luftig, gib nicht zu viel Stickstoff und schneide befallene Triebspitzen im Sommer ab. Sie gehören in den Hausmüll.

Stachelbeerblattwespe: Ihre grünen, schwarz gepunkteten Larven können einen Strauch in wenigen Tagen kahl fressen. Kontrolliere ab Mai die Blattunterseiten im Inneren des Strauchs und sammle die Larven ab.

Johannisbeer-Gallmilbe: Bei schwarzen Johannisbeeren schwellen befallene Knospen im Winter kugelig an, sogenannte Rundknospen. Breche sie im Frühjahr aus und vernichte sie. Bei starkem Befall schneidest du ganze Triebe heraus.

Blattläuse: Rote Blasen auf den Blättern der Johannisbeere stammen von der Johannisbeerblasenlaus. Sie sieht schlimm aus, schadet dem Strauch aber meist wenig. Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegen regeln sie, wie in Nützlinge im Garten beschrieben.

Ernten

Johannisbeeren erntest du ab Ende Juni bis in den August. Rote und weiße Beeren sind reif, wenn sie vollständig gefärbt und leicht durchscheinend sind. Ernte die ganzen Rispen und streife die Beeren zu Hause mit einer Gabel ab. Schwarze Johannisbeeren reifen innerhalb einer Rispe ungleichmäßig. Pflücke sie nach und nach. Stachelbeeren kannst du für Kompott und Kuchen schon grün und fest ernten, für den Frischverzehr lässt du sie voll ausreifen. Rote Johannisbeeren eignen sich besonders für Gelee, Saft und Rote Grütze, schwarze für Saft, Likör und Marmelade, Stachelbeeren für Kompott, Kuchen und Chutney. Frische Beeren halten sich im Kühlschrank nur wenige Tage, lassen sich aber gut einfrieren.

Vermehren über Steckholz

Johannisbeeren lassen sich sehr leicht vermehren:

  1. Schneide im Herbst nach dem Laubfall kräftige, einjährige Triebe in Stücke von etwa 20 Zentimetern, oben über einer Knospe, unten unter einer Knospe.
  2. Stecke sie senkrecht so tief in ein Beet mit lockerer Erde, dass nur die obersten ein bis zwei Knospen herausschauen.
  3. Halte die Erde feucht. Im Frühjahr treiben die meisten Steckhölzer aus.
  4. Im nächsten Herbst setzt du die jungen Sträucher an ihren endgültigen Platz.

Stämmchen: Beeren auf Augenhöhe

Johannisbeeren und Stachelbeeren gibt es auch als Hochstämmchen: Die Sorte ist auf einen etwa einen Meter hohen Stamm einer wüchsigen Unterlage veredelt. Die Beeren hängen dann bequem in Greifhöhe, und darunter bleibt Platz für Erdbeeren, Kräuter oder Blumen. Stämmchen brauchen dauerhaft einen stabilen Pfahl, weil die Krone schwer wird. Geschnitten werden sie ähnlich wie Sträucher: Ältere Triebe in der Krone werden regelmäßig herausgenommen, damit junge nachwachsen. Triebe, die unterhalb der Krone am Stamm erscheinen, entfernst du sofort, weil sie von der Unterlage stammen.

Johannisbeeren und Stachelbeeren in der Küche

Rote Johannisbeeren sind säuerlich und frisch, ideal für Gelee, Kuchen mit Baiser, Rote Grütze und Saft. Sie enthalten viel Pektin und gelieren deshalb besonders gut. Schwarze Johannisbeeren haben ein kräftiges, herbes Aroma und sind besonders reich an Vitamin C. Aus ihnen werden Saft, Likör, Marmelade und Sirup gemacht. Weiße Johannisbeeren sind milder und eignen sich gut zum Naschen direkt vom Strauch.

Stachelbeeren kann man in zwei Reifestadien ernten: Noch grün und fest gepflückt, sind sie sauer und eignen sich für Kompott, Kuchen und Chutney. Voll ausgereift werden sie weich, süß und aromatisch und schmecken frisch am besten.

Beerensträucher im Kübel

Auch ohne Garten musst du nicht auf Johannisbeeren verzichten. In einem Kübel mit mindestens zwanzig bis dreißig Litern Inhalt gedeihen sie auf Balkon und Terrasse, besonders als Stämmchen, die wenig Grundfläche brauchen. Verwende eine strukturstabile, humusreiche Erde, gieße regelmäßig, denn Beerensträucher im Kübel trocknen schnell aus, und dünge im Frühjahr mit einem organischen Beerendünger. Im Winter schützt du den Kübel mit Jute oder Kokosmatten vor dem Durchfrieren.

Häufige Fragen

Warum trägt mein Johannisbeerstrauch kaum noch?

Meist ist er überaltert. Es fehlen junge Triebe, und alte Äste tragen nur noch an den Spitzen. Ein Verjüngungsschnitt über zwei bis drei Jahre bringt ihn zurück.

Warum fallen die Beeren vor der Reife ab?

Häufige Ursachen sind Trockenheit, Spätfröste während der Blüte oder schlechte Bestäubung bei kaltem Wetter. Mulch und Gießen helfen gegen Trockenheit.

Kann ich Johannisbeeren im Halbschatten pflanzen?

Ja, sie tragen dort gut, die Beeren werden aber säuerlicher. Stachelbeeren reagieren im Schatten stärker mit Mehltau.

Was ist eine Jostabeere?

Die Jostabeere ist eine Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere, die in Deutschland gezüchtet wurde. Sie wächst kräftig, hat keine Stacheln und gilt als widerstandsfähig gegen Mehltau. Ihre dunklen Beeren sind größer als Johannisbeeren und schmecken nach einer Mischung aus beiden Eltern.

Wann pflanze ich Beerensträucher am besten?

Wurzelnackte Sträucher pflanzt du am besten im Herbst, von Oktober bis November, solange der Boden nicht gefroren ist. Dann wurzeln sie bis zum Frühjahr ein und treiben kräftig aus. Pflanzen im Topf kannst du das ganze Jahr über setzen, solange es nicht friert, musst sie im Sommer aber regelmäßig gießen.

Wie lange tragen Johannisbeersträucher?

Mit regelmäßigem Verjüngungsschnitt viele Jahre, oft deutlich länger als ein Jahrzehnt. Entscheidend ist, dass immer wieder junge Triebe nachwachsen und alte, vergreiste Äste entfernt werden.

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