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BYOYBiologisch, ohne Gift: Garten mit Herz

Himbeeren anbauen: Sommer- oder Herbsthimbeeren, Pflanzung, Drahtgerüst und der richtige Rutenschnitt

Himbeeren im Biogarten: Sommer- oder Herbsthimbeeren, Standort ohne Staunässe, Pflanzabstand und Gerüst, Rutenschnitt, Ausläufer bändigen, Himbeerkäfer und Rutenkrankheit.

Frisch gepflückte Himbeeren, noch warm von der Sonne, gehören zu den größten Freuden im Garten. Im Laden sind sie teuer, empfindlich und oft nach einem Tag matschig. Im eigenen Garten dagegen wachsen sie fast von selbst, sobald sie einmal angewachsen sind. Himbeeren sind Waldrandpflanzen: Sie lieben humusreichen, lockeren Boden, eine Mulchdecke und nicht zu viel Hitze. Wer den Unterschied zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren kennt und die Ruten richtig schneidet, erntet von Juni bis in den Oktober hinein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sommerhimbeeren tragen im Juni und Juli an den Ruten des Vorjahres. Herbsthimbeeren tragen ab August an den diesjährigen Ruten.
  • Herbsthimbeeren sind einfacher: Im Spätwinter schneidest du alle Ruten bodennah ab. Himbeerkäfer und Rutenkrankheit treten bei ihnen seltener auf.
  • Himbeeren brauchen humosen, leicht sauren, gut durchlässigen Boden. Staunässe führt zu Wurzelfäule.
  • Pflanzabstand 40 bis 50 Zentimeter in der Reihe, 1,5 bis 2 Meter zwischen den Reihen, mit einem Drahtgerüst.
  • Himbeeren breiten sich über Ausläufer aus. Ein Mähstreifen oder eine Wurzelsperre hält sie in ihrem Beet.

Sommer- oder Herbsthimbeeren?

SommerhimbeerenHerbsthimbeeren
ErntezeitJuni bis JuliAugust bis Oktober, bis zum Frost
Fruchtholzzweijährige Ruten (im Vorjahr gewachsen)einjährige Ruten (im selben Jahr gewachsen)
Schnittnach der Ernte nur die abgetragenen Ruten entfernenim Spätwinter alle Ruten bodennah abschneiden
Himbeerkäferhäufiger, weil Blüte in seine Flugzeit fälltseltener, Blüte später
Rutenkrankheithäufigerseltener, weil alle Ruten jedes Jahr entfernt werden
Pflegeaufwandmittelgering

Für Einsteiger und kleine Gärten sind Herbsthimbeeren die einfachere Wahl. Wer früh im Jahr ernten möchte, pflanzt zusätzlich einige Sommerhimbeeren. Neben roten Sorten gibt es gelbe Himbeeren mit mildem Aroma und schwarze Himbeeren mit intensivem, brombeerartigem Geschmack.

Standort und Boden

Himbeeren wachsen am besten in Sonne bis lichtem Halbschatten, geschützt vor austrocknendem Wind. Der Boden soll humusreich, locker und leicht sauer sein, ähnlich wie Waldboden. Staunässe vertragen sie überhaupt nicht: Nasse Füße führen zur Wurzelfäule, an der ganze Bestände absterben können.

Auf schweren, lehmigen Böden pflanzt du Himbeeren deshalb auf einen etwa 20 bis 30 Zentimeter hohen und 50 Zentimeter breiten Damm aus Gartenerde, Kompost und Laub. So kann überschüssiges Wasser abfließen. Wie du deinen Boden einschätzt, erklärt Bodenart bestimmen. Pflanze Himbeeren nicht dorthin, wo zuvor Himbeeren oder Brombeeren standen, und nicht neben Kartoffeln oder Tomaten.

Pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, Containerware geht auch im Frühjahr.

  1. Lockere den Boden gründlich und arbeite reichlich reifen Kompost oder Laubkompost ein.
  2. Setze die Pflanzen im Abstand von 40 bis 50 Zentimetern in eine Reihe, nur so tief, wie sie vorher standen. Himbeeren wurzeln flach.
  3. Lass zwischen zwei Reihen 1,5 bis 2 Meter Platz.
  4. Kürze die Ruten nach dem Pflanzen auf etwa 20 bis 30 Zentimeter ein, damit die Pflanze ihre Kraft in neue Triebe aus dem Boden steckt.
  5. Gieße gründlich und mulche mit Laub, Rasenschnitt oder Stroh.

Das Gerüst

Himbeerruten werden 1,5 bis 2 Meter lang und biegen sich unter der Last der Früchte. Ein einfaches Gerüst aus Pfosten an den Reihenenden und zwei bis drei gespannten Drähten in 60, 100 und 150 Zentimetern Höhe hält sie aufrecht. Die Ruten bindest du locker an oder führst sie zwischen zwei parallel gespannten Drähten. So bleiben die Früchte sauber, trocknen nach Regen schneller ab und lassen sich leicht pflücken.

Pflege

  • Mulchen: Himbeeren lieben eine dauerhafte Mulchdecke. Sie hält den Boden feucht, kühl und locker, wie in Mulchen im Gemüsegarten beschrieben.
  • Gießen: in Trockenperioden, besonders während der Fruchtbildung, durchdringend am Boden. Nicht über die Früchte gießen.
  • Düngen: im Frühjahr Kompost als Mulchschicht. Himbeeren reagieren empfindlich auf Kalk und zu viel Salz in Düngern.
  • Nicht hacken: Die Wurzeln liegen flach. Unkraut lieber mit Mulch unterdrücken und von Hand zupfen.

Der richtige Schnitt

Herbsthimbeeren

Schneide im Spätwinter, im Februar oder März, alle Ruten direkt über dem Boden ab. Im Frühjahr treiben neue Ruten aus, die ab August tragen. Das ist alles. Lichte im Frühsommer zu dicht stehende Jungruten aus, sodass etwa zehn bis zwölf kräftige Ruten pro Meter Reihe bleiben.

Eine Variante ist der Zweimalschnitt: Du lässt im Winter einige Ruten stehen. Sie tragen im Frühsommer im unteren Bereich ein zweites Mal. Danach schneidest du sie ab. Diese Methode bringt eine zusätzliche frühe Ernte, aber auch mehr Arbeit.

Sommerhimbeeren

Bei Sommerhimbeeren stehen gleichzeitig zwei Generationen von Ruten im Beet: die zweijährigen, die gerade tragen, und die einjährigen, die im nächsten Jahr tragen werden.

  1. Schneide direkt nach der Ernte alle Ruten bodennah ab, die getragen haben. Du erkennst sie an der verholzten, braunen Rinde und den vertrockneten Fruchtständen.
  2. Lass von den jungen, grünen Ruten acht bis zehn kräftige pro Meter Reihe stehen und binde sie ans Gerüst.
  3. Entferne schwache, dünne und zu dicht stehende Jungruten sowie Ausläufer außerhalb der Reihe.
  4. Kürze im Spätwinter die Spitzen der stehen gebliebenen Ruten über dem obersten Draht ein.

Die allgemeinen Schnittregeln für Obstgehölze findest du in Obstbaumschnitt.

Ausläufer bändigen

Himbeeren bilden unterirdische Ausläufer und tauchen dann plötzlich mitten im Rasen oder im Gemüsebeet auf. Ein gemähter Streifen um das Himbeerbeet hält sie im Zaum. Junge Ausläufer kannst du ausgraben und an anderer Stelle neu pflanzen oder verschenken. In kleinen Gärten hilft eine Wurzelsperre aus festem Kunststoff, etwa 30 Zentimeter tief eingegraben.

Krankheiten und Schädlinge ohne Gift

Himbeerkäfer: Seine Larven fressen in den Früchten, die du dann als „madige Himbeeren“ findest. Die Käfer fliegen zur Blütezeit der Sommerhimbeeren. Herbsthimbeeren entgehen dem Käfer weitgehend. Bei Sommerhimbeeren hilft es, die Käfer in der Blüte morgens über einem hellen Tuch abzuklopfen.

Rutenkrankheit: Violette bis braune Flecken an den jungen Ruten, aus denen später die Rinde aufreißt und die Rute abstirbt. Halte den Bestand luftig, schneide befallene Ruten sofort ab und entsorge sie im Hausmüll, vermeide Verletzungen und Staunässe.

Grauschimmel: Ein grauer Pelz auf den Früchten bei feuchtem Wetter. Pflücke regelmäßig, entferne befallene Früchte und sorge für Luft. Mehr dazu in Pilzkrankheiten vorbeugen.

Ernten

Himbeeren sind reif, wenn sie vollständig gefärbt sind und sich ohne Ziehen vom Zapfen lösen. In der Hauptsaison pflückst du alle ein bis zwei Tage, am besten am Morgen, wenn die Früchte trocken und kühl sind. Lege sie flach in eine Schale, nicht hoch geschichtet. Himbeeren halten sich im Kühlschrank nur ein bis zwei Tage, lassen sich aber gut einfrieren: einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in Dosen füllen.

Brombeeren als Alternative

Wer einen sonnigen Zaun oder eine Wand hat und Himbeeren schon kennt, kann es mit Brombeeren versuchen. Dornenlose Gartensorten sind leicht zu pflegen, tragen im August und September reichlich und sind weniger anfällig für Wurzelfäule. Sie wachsen kräftig und brauchen ein stabiles Gerüst. Geschnitten werden sie ähnlich wie Sommerhimbeeren: Nach der Ernte entfernst du die abgetragenen Ruten und bindest fünf bis acht neue, kräftige Ruten fächerförmig an. Brombeeren bilden ebenfalls Ausläufer und brauchen Platz, belohnen dich aber mit einer langen Erntezeit, wenn die Himbeeren schon vorbei sind.

Himbeeren richtig verarbeiten

Himbeeren sind empfindlich und halten nach der Ernte nur ein bis zwei Tage. Verarbeite sie deshalb möglichst am Tag der Ernte. Wasche sie nur, wenn es wirklich nötig ist, und dann sehr vorsichtig in einer Schüssel mit Wasser, denn unter dem Wasserstrahl werden sie matschig.

Zum Einfrieren legst du die Beeren nebeneinander auf ein Blech, friest sie einige Stunden vor und füllst sie dann in Dosen oder Beutel. So bleiben sie einzeln und lassen sich portionsweise entnehmen. Außerdem eignen sich Himbeeren für Marmelade, Sirup, Himbeeressig, Kuchen und Desserts. Wer viele Beeren hat, kann sie auch zu Mus pürieren, durch ein Sieb streichen und das kernlose Püree portionsweise einfrieren.

Himbeeren in besonderen Farben

Neben den klassischen roten Himbeeren gibt es gelbe Sorten, die oft besonders süß und mild schmecken und von Vögeln weniger beachtet werden, weil sie unauffälliger gefärbt sind. Schwarze Himbeeren stammen von einer nordamerikanischen Art ab und haben ein kräftiges, leicht würziges Aroma. Für Kinder sind bunte Himbeeren im Garten eine schöne Entdeckung, und auch Kuchen und Desserts wirken mit gemischten Farben besonders festlich. Die Pflege unterscheidet sich kaum von der roter Sorten.

Häufige Fragen

Wie lange trägt eine Himbeerpflanzung?

Bei guter Pflege acht bis zwölf Jahre. Danach lässt der Ertrag oft nach, und es lohnt sich, an einem neuen Standort mit frischen, gesunden Pflanzen neu zu beginnen.

Kann ich Himbeeren im Kübel ziehen?

Ja, besonders kompakte Herbsthimbeeren eignen sich für große Kübel ab etwa 30 Litern mit humoser Erde. Sie brauchen dann regelmäßiges Gießen.

Wohin passen Himbeeren in einen kleinen Garten?

Als Reihe an einem Zaun oder als Abgrenzung zwischen Garten und Gemüsebeet. Wie du Beeren auf kleinem Raum unterbringst, zeigt Obst für kleine Gärten.

Warum werden meine Himbeeren matschig oder schimmelig?

Meist ist feuchtes Wetter schuld, bei dem sich Grauschimmel auf den reifen Früchten ausbreitet. Ernte alle zwei bis drei Tage, entferne verschimmelte Beeren sofort und lichte zu dichte Bestände aus, damit die Ruten nach Regen schneller abtrocknen. Überreife Früchte werden ebenfalls schnell weich.

Kann ich Himbeerblätter für Tee verwenden?

Ja, Himbeerblättertee ist ein traditioneller Haustee. Pflücke dafür junge, gesunde Blätter vor der Blüte, trockne sie luftig im Schatten und bewahre sie in einem dunklen Glas auf. Ernte aber nur einen kleinen Teil der Blätter einer Rute, damit die Pflanze kräftig bleibt.

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