Buschbohnen und Stangenbohnen anbauen: Aussaat, Rankhilfe und Ernte
Bohnen im Bio-Garten: wann der Boden warm genug ist, wie tief du säst, welche Rankhilfe Stangenbohnen brauchen, welche Sorten sich bewähren und warum Bohnen gekocht werden müssen.
Bohnen sind ideale Einsteigerpflanzen: Die großen Samen lassen sich leicht säen, die Keimlinge sind kräftig, und die Pflanzen brauchen kaum Dünger, weil sie sich ihren Stickstoff selbst aus der Luft holen. Buschbohnen tragen schon zwei Monate nach der Aussaat, Stangenbohnen liefern auf kleiner Grundfläche über viele Wochen frische Hülsen. Ein paar Dinge solltest du trotzdem wissen, damit die Saat nicht im kalten Boden fault und die Ernte nicht holzig wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Bohnen erst säen, wenn der Boden mindestens 10, besser 12 °C warm ist, meist ab Mitte Mai.
- Flach säen: 2 bis 3 cm tief. „Bohnen wollen die Glocken läuten hören", sagt die alte Gärtnerregel.
- Buschbohnen kannst du bis Anfang Juli in mehreren Sätzen säen.
- Stangenbohnen brauchen 2 bis 2,5 m hohe Stangen oder Schnüre.
- Rohe Bohnen sind giftig. Hülsen und Kerne immer mindestens 10 bis 15 Minuten kochen.
Busch, Stange oder Feuerbohne?
Gartenbohnen gibt es in zwei Wuchsformen. Buschbohnen werden 40 bis 60 cm hoch, brauchen keine Stütze und tragen fast gleichzeitig über etwa drei bis vier Wochen. Stangenbohnen ranken bis zu 3 m hoch, tragen später, dafür aber über einen viel längeren Zeitraum bis zum Herbst, und liefern pro Quadratmeter Grundfläche deutlich mehr.
Die Feuerbohne ist eine eigene Art. Sie ist etwas kältetoleranter, rankt kräftig und blüht leuchtend rot oder weiß. Da ihre Blüten von Hummeln bestäubt werden müssen, setzt sie in sehr heißen Sommern manchmal schlecht an. Ihre jungen Hülsen und die großen, bunten Kerne sind beide essbar, natürlich gekocht.
| Typ | Höhe | Reihenabstand | Abstand in der Reihe | Erste Ernte nach Aussaat |
|---|---|---|---|---|
| Buschbohne | 40 bis 60 cm | 40 bis 50 cm | 5 bis 8 cm oder Horste alle 40 cm | etwa 8 bis 10 Wochen |
| Stangenbohne | 2 bis 3 m | Stangenreihen 60 bis 80 cm | 6 bis 8 Samen pro Stange | etwa 10 bis 12 Wochen |
| Feuerbohne | 2 bis 4 m | wie Stangenbohne | 4 bis 6 Samen pro Stange | etwa 11 bis 13 Wochen |
Der richtige Zeitpunkt
Bohnen stammen aus Mittel- und Südamerika und vertragen keinen Frost. Wichtiger als die Lufttemperatur ist aber die Bodentemperatur. In kaltem, nassem Boden quellen die Samen auf, keimen aber nicht und faulen. Zudem lockt kalter, feuchter Boden die Bohnenfliege an, deren Larven die Keimlinge von innen zerfressen.
In den meisten Regionen Deutschlands ist der Boden ab Mitte Mai warm genug. In kühlen Lagen wartest du bis Ende Mai. Ein einfaches Bodenthermometer, morgens in 5 cm Tiefe gesteckt, nimmt dir die Unsicherheit.
Buschbohnen kannst du in Abständen von drei bis vier Wochen mehrmals säen, die letzte Aussaat in milden Lagen bis Anfang, in kühlen Regionen bis Mitte Juli. So hast du von Juli bis in den Oktober frische Bohnen.
Aussaat Schritt für Schritt
- Beet vorbereiten: Bohnen sind Schwachzehrer. Ein Beet, auf dem im Vorjahr Starkzehrer standen, ist ideal. Frischer Mist oder große Mengen frischer Kompost sind nicht nötig und ziehen die Bohnenfliege an.
- Samen vorquellen: Wenn du willst, lege die Samen über Nacht in lauwarmes Wasser. Das beschleunigt die Keimung, aber säe sie dann sofort.
- Säen: Ziehe Rillen von 2 bis 3 cm Tiefe oder drücke Löcher für Horste. Lege die Samen hinein, bedecke sie locker mit Erde und drücke leicht an.
- Feucht halten: Gieße an, aber halte den Boden danach nur feucht, nicht nass.
- Vor Vögeln schützen: Tauben und Amseln picken gern die Keimlinge. Ein Vlies oder ein Netz schützt in den ersten Tagen.
Die Keimlinge erscheinen bei warmem Wetter nach einer bis zwei Wochen.
Die Rankhilfe für Stangenbohnen
Stangenbohnen winden sich gegen den Uhrzeigersinn um ihre Stütze. Bewährt haben sich:
- Stangenreihen: Stecke Stangen von 2,5 m Länge etwa 40 bis 50 cm tief in den Boden, in Reihen mit 60 bis 80 cm Abstand. Je zwei Stangen gegenüber werden oben zusammengebunden, so entsteht ein stabiles Dachgerüst.
- Bohnenzelt (Tipi): Vier bis sechs Stangen im Kreis aufgestellt und oben gebündelt. Platzsparend und im Garten mit Kindern beliebt.
- Schnüre: An einem stabilen Querbalken befestigte Schnüre, unten an einem Hering verankert.
Säe sechs bis acht Samen im Kreis um jede Stange, lass später vier bis fünf kräftige Pflanzen stehen. Wenn die Triebe die Stange nicht von selbst finden, wickle sie einmal behutsam herum, gegen den Uhrzeigersinn.
Bedenke beim Aufstellen den Schatten: Stangenbohnenreihen gehören an die Nordseite des Gartens oder in Nord-Süd-Richtung, damit sie niedrige Kulturen nicht beschatten.
Pflege
Gießen: Bohnen brauchen vor allem während der Blüte und des Hülsenansatzes Wasser. Bei Trockenheit werfen sie Blüten ab. Gieße dann durchdringend an den Boden, nicht über die Blätter, um Pilzkrankheiten wie Bohnenrost vorzubeugen.
Mulchen: Eine dünne Mulchschicht, sobald die Pflanzen etwa 15 cm hoch sind, hält den Boden gleichmäßig feucht.
Anhäufeln: Buschbohnen werden etwas standfester, wenn du sie leicht anhäufelst, sobald sie 15 bis 20 cm hoch sind.
Schwarze Bohnenlaus: Sie sitzt in dichten Kolonien an Triebspitzen, besonders bei Feuer- und Dicken Bohnen. Abwarten lohnt meist, denn Marienkäfer und Schwebfliegen folgen bald. Bei starkem Befall knipst du befallene Triebspitzen ab.
Ernte
Ernte Brechbohnen, solange die Hülsen knackig sind und die Kerne sich höchstens als kleine Wölbungen abzeichnen. Ein guter Test: Die Hülse bricht beim Biegen mit einem hörbaren Knacken. Pflücke alle zwei bis drei Tage, denn je regelmäßiger du erntest, desto mehr neue Hülsen bildet die Pflanze. Halte beim Pflücken den Trieb mit einer Hand fest, damit du die Pflanze nicht ausreißt.
Für Trockenbohnen lässt du die Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie pergamentartig rascheln. Bei feuchtem Herbstwetter ziehst du die ganzen Pflanzen aus und hängst sie an einem luftigen, überdachten Ort zum Nachtrocknen auf.
Bewährte Sorten
- Buschbohnen: ‚Saxa' (früh und robust), ‚Maxi' (lange Hülsen, die über dem Laub hängen), ‚Purple Teepee' (violette Hülsen, die beim Kochen grün werden), gelbe Wachsbohnen wie ‚Rocdor'.
- Stangenbohnen: ‚Neckarkönigin' (lange, fadenlose Hülsen), ‚Blauhilde' (violett), ‚Cobra' (ertragreich).
- Feuerbohnen: ‚Preisgewinner' mit roten Blüten.
- Trockenbohnen: ‚Borlotto' mit rot gesprenkelten Kernen.
Viele dieser Sorten sind samenfest. Bohnen sind Selbstbefruchter und eignen sich ausgezeichnet, um eigenes Saatgut zu gewinnen.
Bohnen und der Boden
Bohnen gehen eine Partnerschaft mit Knöllchenbakterien ein, die an ihren Wurzeln sitzen und Luftstickstoff binden. Schneide die Pflanzen nach der Ernte am Boden ab und lass die Wurzeln im Beet. So bleibt ein Teil des gebundenen Stickstoffs für die nächste Kultur erhalten. Eine Anbaupause von drei bis vier Jahren für Hülsenfrüchte auf demselben Beet beugt Krankheiten vor.
Ernte verarbeiten und haltbar machen
In guten Jahren tragen Bohnen mehr, als man frisch essen kann. Die bewährtesten Methoden:
- Einfrieren: Bohnen putzen, in Stücke schneiden, drei Minuten in kochendem Wasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken, abtropfen lassen und portionsweise einfrieren. So halten sie etwa ein Jahr.
- Einkochen: Blanchierte Bohnen in Gläsern mit leicht gesalzenem Wasser einkochen. Bohnen sind eiweißreich und arm an Säure, deshalb muss das Einkochen gründlich und nach einer zuverlässigen Anleitung erfolgen, oft zweimal an aufeinanderfolgenden Tagen.
- Milchsauer einlegen: Die traditionelle Schnippelbohne wird wie Sauerkraut mit Salz fermentiert. Vor dem Essen müssen auch fermentierte Bohnen gekocht werden.
- Trocknen: Reife Kerne von Trockenbohnen dunkel, trocken und luftdicht lagern. Einige Tage im Gefrierschrank vor dem Einlagern töten eventuell vorhandene Bohnenkäfer ab.
Typische Probleme auf einen Blick
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Samen keimen nicht, faulen | Boden zu kalt und nass | später säen, Bodentemperatur prüfen |
| Keimlinge mit zerfressenen Keimblättern | Bohnenfliege | warmen Boden abwarten, keinen frischen Mist |
| Blüten fallen ab | Trockenheit oder große Hitze | gleichmäßig gießen, mulchen |
| Rostbraune Pusteln auf Blättern | Bohnenrost | Laub trocken halten, Pflanzenreste entfernen |
| Kolonien schwarzer Läuse | Schwarze Bohnenlaus | Nützlinge abwarten, Triebspitzen entfernen |
Trockenbohnen selbst ernten
Viele Bohnensorten eignen sich nicht nur für grüne Hülsen, sondern auch als Trockenbohnen für Eintöpfe und Salate. Dafür lässt du die Hülsen an der Pflanze ausreifen, bis sie gelb, trocken und pergamentartig sind und die Bohnen darin klappern. Ernte sie an einem trockenen Tag, bevor anhaltender Herbstregen die reifen Hülsen schimmeln lässt.
Lege die Hülsen anschließend an einem luftigen Ort nach, bis sie vollständig trocken sind, und pule die Bohnen aus. Erst wenn sie steinhart sind, kommen sie in Gläser. Vor dem Kochen weichst du Trockenbohnen über Nacht ein und kochst sie anschließend gründlich durch, denn auch getrocknete Bohnen enthalten den Giftstoff Phasin, der erst durch ausreichendes Kochen zerstört wird.
Häufige Fragen
Warum sind rohe Bohnen giftig?
Bohnen enthalten das Eiweiß Phasin, das rohe Hülsen und Kerne giftig macht. Es verursacht Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Durch Kochen von mindestens 10 bis 15 Minuten wird es zerstört. Kinder sollten keine rohen Bohnen vom Strauch naschen.
Kann ich Bohnen vorziehen?
Ja, in Töpfen etwa zwei bis drei Wochen vor dem Auspflanzen. Das schützt vor Schnecken und Bohnenfliege. Bohnen haben aber empfindliche Wurzeln, also pflanze sie, bevor die Töpfe durchwurzelt sind.
Warum werden meine Bohnen fädig?
Die meisten modernen Sorten sind fadenlos, solange sie jung geerntet werden. Ältere Hülsen bilden bei vielen Sorten trotzdem Fäden. Regelmäßig und früh ernten hilft.
Kann ich Bohnen jedes Jahr am selben Platz anbauen?
Besser nicht. Bohnen sollten frühestens nach drei bis vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche, damit sich keine bodenbürtigen Krankheiten anreichern. Plane sie im Wechsel mit anderen Gemüsefamilien ein.
Warum fallen die Blüten meiner Bohnen ab?
Häufige Ursachen sind große Hitze, Trockenheit während der Blüte oder kalte Nächte. Gieße in Trockenperioden während der Blüte regelmäßig und durchdringend, dann setzen die Pflanzen wieder Hülsen an.